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11. Januar 2012

Ärger über bibliographische Angaben

Das im letzten Beitrag beschriebene Buch von oder über Heinrich von Staden könnte man aus wissenschaftlicher Sicht einfach verschweigen. Frank Kämpfer tut dies übrigens; es kommt auf seiner Homepage, auf der man wissenschaftliche Arbeiten einsehen kann, nicht vor.

Da das Buch nun schon einmal da ist, könnte man es der Vollständigkeit halber in einer Fußnote im Aufsatz erwähnen, etwa so: “eine populärwissenschaftliche Ausgabe der Autobiographie Stadens findet sich in dem Buch… (und hier dann die bibliographische Angabe einfügen)”. Und damit wäre man fertig.

Die Sache ist jedoch nicht ganz so einfach. Anna Choroškevič bezieht sich nämlich in ihrer Einleitung zur Biographie Stadens  auf das “Buch Kämpfers”. Nun ist das Buch von Choroškevič eine Ausgabe des Verlags der russischen Akademie der Wissenschaften, und als solches als wissenschaftliche und kritische Ausgabe der Werke Stadens in Frühneuhochdeutsch und Russisch mit einer Einleitung und einem ausführlichen, einen Band einnehmenden Kommentar versehen und damit ausdrücklich für den wissenschaftlichen Gebrauch ausgewiesen.

Zwar merkt Choroškevič (S. 26, FN 53) an, dass es sich bei dem Buch Kämpfers um eine Arbeit des Professors mit seinen Studierenden handelt. Doch bezieht sie sich im folgenden in ihrer Einleitung auf dieses Buch.

S. 32, zitiert sie die Bemerkung (Staden 1998, S. 99), dass die Überschrift “Moscowiter Land und Regierung” nicht wirklich greift, weil Staden einen “Erfahrungsbericht über das Herrschaftssystem” schreibe. Wozu der Erfahrungsbericht jedoch diente und warum er trotzdem eine Überschrift enthält, die eine Beschreibung von Land und Regierung enthalten soll, hat bisher noch niemand erklärt und werde ich demnächst in einer Publikation erklären.

S. 33, als Beleg dafür, dass Staden die Quelle des Unrechts in Russland – Ivan IV. – verschweigt (Staden 1998, S. 102), was schlichtweg falsch ist, weil der Zar im Text als rechter Tyrann dargestellt wird, wie ich wiederum belegen kann.

Das Problem ab  Choroškevičs Umgang mit dem populärwissenschaftlichen Buch über Heinrich von Staden ist, dass sie es zwar als populärwissenschaftlich benennt, es jedoch zitiert (Staden 1998) wie ein wissenschaftliches Werk und es außerdem wie gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis zitiert, was in beiden Fällen grenzwertig ist. Denn das Buch Staden 1998 liefert keine Beweise für seine Behauptungen, die Choroškevič durch ihre Zitierweise in einem Buch der Akademie der Wissenschaften als gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse hinstellt. Was aber einmal so steht, ist schwer aus dem wissenschaftlichen Diskurs wieder heraus zu bekommen. Und deshalb der Ärger über die bibliographischen Angaben.

Zur Vollständigkeit hier die genaue bibli0graphische Angabe der Ausgabe der Akademie der Wissenschaften und als Zugabe die Einleitung von Choroškevič:

Štaden, Genrich: Zapiski o Moskovii, Tom pervyj: Publikacija, Moskva 2008

Štaden, Genrich: Zapiski o Moskovii, Tom vtoroj: Stat’i i kommentarii, Moskva 2009

Choroškevič, Anna L.: Vstuplenie, in: Štaden, Genrich: Zapiski o Moskovii, Tom pervyj: Publikacija, Moskva 2008, S. 8-60

11. Januar 2012

Ein Buch über Heinrich von Staden

Zunächst ist zu Frank Kämpfers Buch über Heinrich von Staden zu sagen, dass es sich um ein populärwissenschaftliches Buch handelt. (Die bibliographische Angabe findet sich im letzten Beitrag.)

Hierfür spricht nicht nur das reich bebilderte Format, sondern auch die Tatsache, dass häufig auf die Stadt Ahlen verwiesen wird. Die Volksbank Ahlen hat den Buchdruck außerdem mitfinanziert. Das Buch enthält eine Einleitung über Heinrich von Staden unter der Überschrift “Abenteuerer, Diplomat, Schriftsteller”, sodann die Selbstbiographie im Originaltext und in neuhochdeutscher Übersetzung, dann eine Zusammenfassung seiner Texte “Moscowiter Land und Regierung” und “Anschlag”. Ein folgender Apparat enthält eine Sprachprobe der Sprache des 16. Jahrhunderts, das Verzeichnis der Quellen und der Literatur, das Abbildungsverzeichnis und ein Register.

Die reiche Bebilderung des Textes wurde verschiedenen Russlandbüchern entnommen, was in der jeweiligen ausführlichen Bildunterschrift auch meistens angegeben wird. Außerdem wird in den meisten Fällen auch eine zeitliche Einordnung der Bilder vorgenommen, so dass die Leserin weiß, welche Bilder erst im 17. Jahrhundert entstanden sind.

Das Buch sieht aus wie eine Liebhaberausgabe und ist mit viel Aufwand gedruckt. Es macht außerdem den Eindruck, als sei es aus einem Staden-Jubiläum in Ahlen oder aus der Arbeit in einem universitären Seminar heraus entstanden. Erstere Annahme begründet sich im Impetus des gesamten Textes auf der Person Heinrichs von Staden “aus Ahlen” und der Herausgabe vor allem der Autobiographie. Letztere Annahme  gründet sich aus den vielen Mit-Autoren des Textes sowie aus der Tatsache, dass hier ein Text aus dem Frühneuhochdeutschen ins Hochdeutsche übertragen worden ist. Dies erleichtert auch Studierenden die Annäherung an ältere Texte, während wir in wissenschaftlichen Arbeiten natürlich immer aus der kritischen Ausgabe, 1961 in 2. Auflage erschienen, zitieren – und ständig die kuriose Rechtschreibung überprüfen müssen.

So gesehen, ist gegen die Existenz dieses Buches gar nichts einzuwenden. Warum es trotzdem ein Ärgernis für meine Arbeit darstellt, folgt im nächsten Beitrag.

11. Januar 2012

Was sich alles hinter einer bibliographischen Angabe verbirgt

Im Dezember berichtete ich hier von der Suche nach einem Buch von Frank Kämpfer über Heinrich von Staden, das ich als Literaturangabe in der russischen Ausgabe der Werke Heinrichs von Staden gefunden habe. Dieses Buch habe ich nun gelesen, und folgendes ist dazu zu sagen.

Zunächst würde die vollständige bibliographische Angabe folgendermaßen lauten:

Staden, Heinrich von (aus Ahlen): Von Westfalen nach Moskau. Mein Dienst in der Schreckenstruppe des Zaren Iwan, in modernes Deutsch übertragen, eingeleitet und erklärt von Peter Alberts, Katharina Goedecke, Erich Hecker, Frank Kämpfer, Julia Maas, Vera Niehus, Gabriele Nolle, Stephanie Schneider, Tobias Wolters und Johann Friedrich Zimmermann, Hamburg 1998

Bibliothekskataloge sparen sich die Namen aller Kollaborateure und nennen nur den ersten, hier Peter Alberts, der in der alphabetischen Anordnung ganz oben steht. Allerdings habe ich aus Gründen, die ein Bibliothekswissenschaftler vielleicht erklären könnte, Peter Alberts auch als Autor des Buches gefunden, und Heinrich von Staden aus Ahlen wurde weggelassen.

Anna Choroškevič, die das Buch in ihrer Einleitung zur russischen zweisprachigen Ausgabe zitiert, nahm statt des ersten Namens den Namen, den sie kannte, nämlich Frank Kämpfer, und setzte ihn inkorrekt als Herausgeber des Buches, bzw. Autor der Einleitung und der Erklärung ein. Dies ist jedoch nicht so.

Da im Buch nirgendwo ein Autorname unter einem erklärenden Text angegeben ist, müssen wir davon ausgehen, dass alle Kollaborateure Autoren der im Buch vorhandenen Texte sind, deshalb kein einzelner Autor angegeben werden kann. Dies zu den Schwierigkeiten, ein Buch in wissenschaftlichen Bibliothekskatalogen online zu finden

21. Dezember 2011

Hexerei Ost und West II

Valerie Kivelson und Jonathan Shaheen unterscheiden Hexerei in Ost und West mit Hilfe von Kategorien, die der russische Literaturwissenschaftler Michail Bachtin aufgebracht hat.

Das relativ gut dokumentierte, alle Literatur seit dem 15. Jahrhundert z.B. im Malleus maleficarum dargestellte Hexen- und Zaubererwesen in Westeuropa ordnen Kivelson und Shaheen dem monologischen “semiotischen Totalitarismus” zu. Semiotischer Totalitarismus ist definiert als “die Annahme, dass alles eine Bedeutung in Verbindung zu einem einheitlichen Ganzen hat, eine Bedeutung, die man eruieren könnte, wenn man nur den Kode hätte.”

Diese Definition des semiotischen Totalitarismus, die auf die Bachtin-Interpretation durch Saul Morson und Caryl Emerson von 1990 zurück geht, erinnert an das System von Verschwörungstheorien, das Umberto Eco im Foucault’schen Pendel als den “großen Plan” ausbreitet. Nun habe ich endlich einen wissenschaftlichen Terminus dafür.

Die östliche Art der Hexerei, die mit alltäglichen Dingen und einfachen Zaubersprüchen agiert, nennen Kivelson und Shaheen übrigens “prosaisch”, in Bachtin’scher Terminologie wäre es “polyphon”. Damit meinen sie, dass die Hexerei in Russland bis zur petrinischen Ära keinem einheitlichen, übergreifenden ideologischen Erklärungsschema gehorcht. Stattdessen handelt es sich um eine diffuse, prosaische Ansammlung von Praktiken.

Dies alles und mehr lernt man, wenn man Kivelson und Shaheens Artikel  ”Prosaic Witchcraft and Semiotic Totalitarianism. Muscovite Magic Reconsidered”, in: Slavic Review 70,1 (2011), S. 21-44, liest, wie ich es heute getan habe.

21. Dezember 2011

Hexerei Ost und West I

Hexerei war im 16. Jahrhundert in Westeuropa ein Delikt, das strafverfolgt wurde. Die 1532 eingeführte Constitutio Criminalis Carolina, die peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karls V. geht in ihrer etwas schwammig formulierten Definition der Hexerei in ARt. 21 als eines der Hauptverbrechen, die ein Mensch begehen konnte, auf die Bamberger Halsgerichtsordnung zurück. Der Verfasser letzterer hat sich wiederum bemüht, die Gerichtsordnung nahe an das römische Recht anzulehnen. So auch im Artikel über die Hexerei oder Zauberei, der auf den Codex Iustinianus (C. 9. 18, De maleficiis et mathematicis) zurück geht. Hierauf geht auch die Tatsache zurück, dass man im 16. Jahrhundert die Hexerei in die Nähe des Majestätsverbrechens rückte. (Näheres bei Michael Strömer im Artikel CCC des historicum.net; hier auch die weiterführende Literatur zu Strömers Buch.)

Wenn also die drei Hexen Macbeth zum Königsmord anstiften, hat dies seine Wurzeln nicht so sehr in Shakespeares Phantasie als im spätantiken Recht und seiner Rezeption im 16. Jahrhundert.

In Russland wurde Hexerei jedoch nicht in diesem Zusammenhang gesehen. Auffällig ist, dass Hexerei in Russland auf Alltagsgegenstände zurück griff, so z.B. auf Gras. Manchmal wurden Hexen angeklagt, mehrere verschiedene Sorten Gras  zu besitzen. Diese Bemerkung Valerie Kivelsons hat auf dem diesjährigen ASEEES-Kongress durchaus für Lacher gesorgt.

15. Dezember 2011

Welch eine Spitzfindigkeit!

Bei der Bekehrung von Nichtchristen sind immer einmal neben der Predigt auch unorthodoxe Methoden angewandt worden. Schließlich geht es dabei darum, die zu Bekehrenden vom wahren Glauben zu überzeugen.

Eine wirklich eigenwillige Methode hat Heinrich von Staden in seinem Plan zur Eroberung des Moskoviter Reiches im 16. Jahrhundert vorgelegt. Nachdem das ganze Land eingenommen und der Großfürst mitsamt seinen Söhnen gefangengesetzt wird, soll man nicht nur diese zum Katholizismus bekehren, sondern auch ihre Untertanen. Und zwar folgendermaßen:

(Ich verdolmetsche aus dem Frühneuhochdeutschen): “Und es müssen an allen Orten, wo russische Kirchen sind, die aus Holz gebaut wurden, auch eine Stein- oder Holzkirche in unserer Bauweise gebaut werden. Dann werden unsere Kirchen stehen bleiben und die russischen Kirchen werden verfallen.”

Das zeigt natürlich klar die Überlegenheit des westlichen Christentums gegenüber dem östlichen!

13. Dezember 2011

Abenteuer mit bibliographischen Angaben

Seit Mai dieses Jahres arbeite ich an einem Vortrag und zwei Artikeln zu Heinrich von Staden. Da ich ein gründlicher Mensch bin, habe ich sämtliche Ausgaben der “Aufzeichnungen über den Moskauer Staat” Heinrich von Stadens eingesehen.

Alle Ausgaben? Nein – eine Ausgabe fehlte mir hartnäckig. Sie wird in der neuesten russisch-frühneuhochdeutschen Ausgabe von 2008 immer wieder im Vorwort von der von mir hochgeschätzten Anna Leonidovna Choroškevič erwähnt und immer wieder zitiert.

Choroškevič zitiert diese Ausgabe als “Staden 1998″ und merkt an, dass diese Ausgabe von Frank Kämpfer besorgt wurde. Leider hat die russische Ausgabe der Staden-Dokumente zwei Bände, und leider wurde meiner ansonsten hervorragenden Bibliothek bisher nur der erste Band mit dem russisch-frühneuhochdeutschen Text und der Einleitung geliefert. Kommentar und Bibliographie befinden sich – man ahnt es schon – im nicht vorhandenen zweiten Band.

Im Laufe meiner Suche nach dem Buch “Staden 1998″ habe ich im Sommer das Internet durchforstet, die Webseite von Frank Kämpfer gefunden und dann glücklicherweise, bevor ich zum Telefon griff, um ihn anzurufen, herausgefunden, dass Prof. Kämpfer im Herbst 2010 verstorben ist. Nur die Ausgabe Staden 1998 habe ich nicht gefunden.

Als ich im September auf einer Konferenz in Moskau von meiner Suche berichtete, erwähnte Aleksej Martynjuk, dass ich beide Staden-Bände im Kiosk des Akademieverlages in der Akademie der Wissenschaften erwerben könnte. Da ich den ersten Band aus der Bibliothek schon hatte, kaufte ich den zweiten Band mit dem Hintergedanken, diesen nach getaner Arbeit der Bibliothek zu schenken. So kommt sie zur vollständigen Ausgabe.

Der zweite Band der Staden-Dokumente, erschienen in Moskau 2009, enthält nun die Bibliographie der in Bd. 1-2 benutzten Werke. Doch auch hier wurde ich kaum fündig, bis ich bemerkte, dass die Bibliographie nicht nur in russische und ausländische Werke aufgeteilt ist, sondern dass sie erst Publikationen, dann Zeitschriften und Hilfsmittel und schließlich Forschungen jeweils zunächst die russischen, dann die lateinisch geschriebenen Angaben nach dem Alphabet enthält. Die Angabe zu “Staden 1998″ steht auf S. 370 von 476.

Wer nun glaubt, dass die Suche zu Ende war, irrt. Das Buch “Heinrich von Staden aus Ahlen. Von Westfalen nach Moskau: mein Dienst in der Schreckenstruppe des Zaren Iwan / Hrsg. von Fr. Kämpfer u.a. Münster, Hamburg, 1998″ ist trotzdem in keinem Bibliothekskatalog zu finden. Die Suche nach “Heinrich Staden Ahlen” führt auf die Wikipedia-Seite zu Heinrich von Staden.

Hier wiederum findet sich eine ähnliche Literaturangabe, sogar mit ISBN-Nummer: “Peter Alberts: Von Westfalen nach Moskau. Mein Dienst in der Schreckenstruppe des Zaren Iwan. Heinrich von Staden. Hamburg 1998, ISBN 3-932208-05-6″ Die ISBN-Nummer beweist, dass das Buch existiert haben muss oder noch existiert. Trotzdem schweigen die Bibliothekskataloge, wenn ich nach “Peter Alberts” oder “Von Westfalen nach Moskau” suche. Auch Google liefert nur wieder den Wikipedia-Artikel.

Nun versuche ich eine erneute Suche über die Online-Fernleihe nach “Westfalen Moskau”, und siehe da: Unter Punkt 6 erhalte ich einen Treffer. Das Buch ist in 19 Bibliotheken, auch in meiner Fernleihregion, vorhanden.

Das Buch ist nun bestellt. Da es sich um ein populärwissenschaftliches Buch handelt, wird es bestimmt spannend zu lesen sein. Ob es gerechtfertigt ist, dass  Choroškevič so häufig daraus zitiert, und ob es sich gelohnt hat, dass ich ein halbes Jahr lang nach diesem Buch gesucht habe, wird hier berichtet werden, wenn ich das Buch gelesen habe.

11. Dezember 2011

Vortrag in Bonn

Am Donnerstag, 8.12.2012, hat Christoph Witzenrath im Rahmen des Osteuropa-Kolloquiums an der Universität Bonn einen Vortrag mit dem Titel “Sklavenrazzien, Loskauf und die politische Kultur des Moskauer Reichs” gehalten.

Was ich besonders interessant fand: die heilige Sophia spielte in der Kommunikation zwischen Zar und Untertanen, aber auch zwischen Zar und Herrscher der Osmanen eine besondere Rolle. Eine Untersuchung zur Sprache des Sklavenloskaufs im interkulturellen Dialog muss noch erfolgen, doch scheint die hl. Sophia hier eine integrierende Funktion zu spielen.

Lag diese integrierende Funktion der Sophia am byzantinischen Erbe, das die Osmanen 1453 in Konstantinopel angetreten haben? Die Forschung von Christoph Witzenrath wird diese Frage hoffentlich klären.

1. Dezember 2011

ASEEES-Tagung in Washington

Vom 17.-22. November hat der jährliche ASEEES-Kongress in Washington stattgefunden. Ich selbst war mit einem Vortrag zum Thema “Once a Christian, always a Christian: Russian Orthodox View on Tatar Religion in the 15th Century” vertreten, der sehr gut angenommen wurde.

Die interessantesten Vorträge in unserem Bereich des Mittelalters und der Frühen Neuzeit gingen zu interkulturellen Themen. Sei es, dass der Reisebericht zur Florentiner Union besprochen wurde oder ein italienischer Komponist im Petersburg des 18. Jahrhunderts.

Kulturelle Überlappungen stellen ein zukunftsträchtiges Thema dar, das im Hier und Jetzt verankert ist. Heutzutage  sind wir natürlich wesentlich mobiler und schneller an einem Ort und wieder weg. Doch auch in Mittelalter und Früher Neuzeit gab es diese Mobilität. Die alten Kulturen waren keineswegs die Monaden, als welche wir sie uns vorstellen. Menschen und Güter wurden von einer kulturellen Sphäre in die andere transportiert, Vorstellungen wurden rezipiert – und auf sie wurde in unterschiedlichester Weise geantwortet.  Die Untersuchung der noch relativ langsamen frühen Mobilität trägt zur Untersuchung heutiger Mobilität und kultureller Einflüsse bei.  Dies ist tatsächlich ein spannendes Forschungsfeld.

Dementsprechend wird auch der nächste ASEEES-Kongress zum Thema” Boundary, Barrier and Border Crossing” abgehalten. Ich hoffe, ich kann daran teilnehmen.

 

30. Oktober 2011

Die Heilige Maria Ägyptiaca

Eines der Bilder aus dem Neuen Jungfrauenkloster stellt einen Ausschnitt aus der Legende der heiligen Maria Ägyptiaca dar. Der Mönch Zosimus fand den Leichnam der Heiligen und neben ihr im Sand die Inschrift, er möge sie begraben. Als Zosimus zögerte, kam ein Löwe daher, der mit seinen Pfoten das Grab grub.

Hier das Bild sowie einige Details, v.a. der sehr freundlich aussehende Löwe.

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