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Abenteuer mit bibliographischen Angaben

13. Dezember 2011

Seit Mai dieses Jahres arbeite ich an einem Vortrag und zwei Artikeln zu Heinrich von Staden. Da ich ein gründlicher Mensch bin, habe ich sämtliche Ausgaben der „Aufzeichnungen über den Moskauer Staat“ Heinrich von Stadens eingesehen.

Alle Ausgaben? Nein – eine Ausgabe fehlte mir hartnäckig. Sie wird in der neuesten russisch-frühneuhochdeutschen Ausgabe von 2008 immer wieder im Vorwort von der von mir hochgeschätzten Anna Leonidovna Choroškevič erwähnt und immer wieder zitiert.

Choroškevič zitiert diese Ausgabe als „Staden 1998“ und merkt an, dass diese Ausgabe von Frank Kämpfer besorgt wurde. Leider hat die russische Ausgabe der Staden-Dokumente zwei Bände, und leider wurde meiner ansonsten hervorragenden Bibliothek bisher nur der erste Band mit dem russisch-frühneuhochdeutschen Text und der Einleitung geliefert. Kommentar und Bibliographie befinden sich – man ahnt es schon – im nicht vorhandenen zweiten Band.

Im Laufe meiner Suche nach dem Buch „Staden 1998“ habe ich im Sommer das Internet durchforstet, die Webseite von Frank Kämpfer gefunden und dann glücklicherweise, bevor ich zum Telefon griff, um ihn anzurufen, herausgefunden, dass Prof. Kämpfer im Herbst 2010 verstorben ist. Nur die Ausgabe Staden 1998 habe ich nicht gefunden.

Als ich im September auf einer Konferenz in Moskau von meiner Suche berichtete, erwähnte Aleksej Martynjuk, dass ich beide Staden-Bände im Kiosk des Akademieverlages in der Akademie der Wissenschaften erwerben könnte. Da ich den ersten Band aus der Bibliothek schon hatte, kaufte ich den zweiten Band mit dem Hintergedanken, diesen nach getaner Arbeit der Bibliothek zu schenken. So kommt sie zur vollständigen Ausgabe.

Der zweite Band der Staden-Dokumente, erschienen in Moskau 2009, enthält nun die Bibliographie der in Bd. 1-2 benutzten Werke. Doch auch hier wurde ich kaum fündig, bis ich bemerkte, dass die Bibliographie nicht nur in russische und ausländische Werke aufgeteilt ist, sondern dass sie erst Publikationen, dann Zeitschriften und Hilfsmittel und schließlich Forschungen jeweils zunächst die russischen, dann die lateinisch geschriebenen Angaben nach dem Alphabet enthält. Die Angabe zu „Staden 1998“ steht auf S. 370 von 476.

Wer nun glaubt, dass die Suche zu Ende war, irrt. Das Buch „Heinrich von Staden aus Ahlen. Von Westfalen nach Moskau: mein Dienst in der Schreckenstruppe des Zaren Iwan / Hrsg. von Fr. Kämpfer u.a. Münster, Hamburg, 1998“ ist trotzdem in keinem Bibliothekskatalog zu finden. Die Suche nach „Heinrich Staden Ahlen“ führt auf die Wikipedia-Seite zu Heinrich von Staden.

Hier wiederum findet sich eine ähnliche Literaturangabe, sogar mit ISBN-Nummer: „Peter Alberts: Von Westfalen nach Moskau. Mein Dienst in der Schreckenstruppe des Zaren Iwan. Heinrich von Staden. Hamburg 1998, ISBN 3-932208-05-6“ Die ISBN-Nummer beweist, dass das Buch existiert haben muss oder noch existiert. Trotzdem schweigen die Bibliothekskataloge, wenn ich nach „Peter Alberts“ oder „Von Westfalen nach Moskau“ suche. Auch Google liefert nur wieder den Wikipedia-Artikel.

Nun versuche ich eine erneute Suche über die Online-Fernleihe nach „Westfalen Moskau“, und siehe da: Unter Punkt 6 erhalte ich einen Treffer. Das Buch ist in 19 Bibliotheken, auch in meiner Fernleihregion, vorhanden.

Das Buch ist nun bestellt. Da es sich um ein populärwissenschaftliches Buch handelt, wird es bestimmt spannend zu lesen sein. Ob es gerechtfertigt ist, dass  Choroškevič so häufig daraus zitiert, und ob es sich gelohnt hat, dass ich ein halbes Jahr lang nach diesem Buch gesucht habe, wird hier berichtet werden, wenn ich das Buch gelesen habe.

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