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Ein Buch über Heinrich von Staden

11. Januar 2012

Zunächst ist zu Frank Kämpfers Buch über Heinrich von Staden zu sagen, dass es sich um ein populärwissenschaftliches Buch handelt. (Die bibliographische Angabe findet sich im letzten Beitrag.)

Hierfür spricht nicht nur das reich bebilderte Format, sondern auch die Tatsache, dass häufig auf die Stadt Ahlen verwiesen wird. Die Volksbank Ahlen hat den Buchdruck außerdem mitfinanziert. Das Buch enthält eine Einleitung über Heinrich von Staden unter der Überschrift „Abenteuerer, Diplomat, Schriftsteller“, sodann die Selbstbiographie im Originaltext und in neuhochdeutscher Übersetzung, dann eine Zusammenfassung seiner Texte „Moscowiter Land und Regierung“ und „Anschlag“. Ein folgender Apparat enthält eine Sprachprobe der Sprache des 16. Jahrhunderts, das Verzeichnis der Quellen und der Literatur, das Abbildungsverzeichnis und ein Register.

Die reiche Bebilderung des Textes wurde verschiedenen Russlandbüchern entnommen, was in der jeweiligen ausführlichen Bildunterschrift auch meistens angegeben wird. Außerdem wird in den meisten Fällen auch eine zeitliche Einordnung der Bilder vorgenommen, so dass die Leserin weiß, welche Bilder erst im 17. Jahrhundert entstanden sind.

Das Buch sieht aus wie eine Liebhaberausgabe und ist mit viel Aufwand gedruckt. Es macht außerdem den Eindruck, als sei es aus einem Staden-Jubiläum in Ahlen oder aus der Arbeit in einem universitären Seminar heraus entstanden. Erstere Annahme begründet sich im Impetus des gesamten Textes auf der Person Heinrichs von Staden „aus Ahlen“ und der Herausgabe vor allem der Autobiographie. Letztere Annahme  gründet sich aus den vielen Mit-Autoren des Textes sowie aus der Tatsache, dass hier ein Text aus dem Frühneuhochdeutschen ins Hochdeutsche übertragen worden ist. Dies erleichtert auch Studierenden die Annäherung an ältere Texte, während wir in wissenschaftlichen Arbeiten natürlich immer aus der kritischen Ausgabe, 1961 in 2. Auflage erschienen, zitieren – und ständig die kuriose Rechtschreibung überprüfen müssen.

So gesehen, ist gegen die Existenz dieses Buches gar nichts einzuwenden. Warum es trotzdem ein Ärgernis für meine Arbeit darstellt, folgt im nächsten Beitrag.

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