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Rechnen müsste man können

10. Dezember 2013

Auf der diesjährigen ASEEES-Konferenz in Boston gab es ein Panel über Zahlen. Es zeigte, dass Geschichte der Ökonomie auch spannend sein kann.

Besonders interessant war ein Vortrag zu einem osmanischen Thema, das nicht nur der vergleichenden Forschung dienen kann, sondern auch einen Einblick in Kurioses des Nachbarstaates Russlands im 16. Jahrhundert lieferte.

Es ging um das erst einmal langweilig klingende Thema der Finanzen der Großwesire des osmanischen Sultans. Hier ist es nicht nur kurios, dass der Vortragende die Rechnungsbücher, die in arabischer Schrift gehalten sind, fehlerfrei lesen konnte. Das erwartet man von einem Spezialisten für das Osmanische Reich.

Kurioser ist, dass die Großwesire die große Summe von durchschnittlich 5 Millionen akce pro Jahr verdienten und diese sogar teilweise auf die Seite bringen und ihrer Familie vererben oder schenken konnten. Und dies, obwohl 90% der Großwesire nach kurzer Zeit bereits vom Sultan abberufen und unter einem Vorwand hingerichtet wurden. Das Vermögen des Großwesirs zog der Sultan dann ein und gab es der Staatskasse.

Trotz der lebensverkürzenden Stellung fand der Sultan immer genug Anwärter für das Amt. Prestige und Bezahlung scheinen hier einiges wettgemacht zu haben. Wenn man näher in diese Geschichte schaut, macht die Beschäftigung mit der Ökonomie schon Spaß. Schade, dass ich nicht rechnen kann.

 

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