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Antitrinitarismus und Iosifs Rhetorik

15. Mai 2014

Man liest viel, wenn der Tag lang ist und das Forschungsgebiet erst eingegrenzt werden muss. So bin ich letztlich auf einen Aufsatz zum Antitrinitarismus an der Nürnberger Universität Altdorf um 1600 gestoßen.

Antitrinitarismus bedeutet, dass die Verfechter die Existenz Gottes in drei verschiedenen Hypostasen leugnen. Die Antitrinitarier halten die Trinität für unbiblisch. Sie sind also Anhänger des lutheranischen Glaubens, die die Rückführung von Glaubensinhalten auf die Bibel befürworten und nur das glauben, was auch in der Bibel steht.

Die Antitrinitarier mit ihrer Besinnung auf die Bibel sind durchaus logisch in ihrer Verneinung der Trinität. Mir aber fällt aufgrund anderer Lektüre ein Argument Iosif Volockijs für die Trinität ein. Und dieses Argument gründet sich auf die Bibel, und zwar auf den Schöpfungsbericht der Genesis.

Gott spricht in der Genesis „Es werde Licht“. Auf diesen Satz können sich alle einigen. Nun fragt Iosif: zu wem sollte Gott am Anfang der Welt sprechen, wenn nicht zu seiner zweiten Hypostase, dem Sohn? Ohne Gesprächspartner kein Grund zum Reden, ist Iosifs Argument. Dass man hieraus auch auf die Existenz der dritten Hypostase schließen kann, versteht sich von selbst.

In Iosifs Argument ist die Trinität also biblisch, denn mit wem hätte Gott sonst sprechen sollen? Dies könnte man den Antitrinitariern entgegensetzen. Ich bin gespannt, ob weitere Lektüre bestätigt, dass dies jemand versucht hat.

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