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Warum Keramiken nicht langweilig sind

20. Februar 2017

Mittelalterarchäologie ist etwas ganz besonderes. Sie ermöglicht Einblicke in den Alltag Russlands, der aufgrund von Texten schon sehr gut bekannt erscheint. Und manchmal erweitert sie den Horizont ganz gewaltig. So geschah es auf der diesjährigen ASEEES-Tagung in einem Panel über internationale Beziehungen im Mittelalter.

Zwei der Vortragenden zeigten, wie viele Personen wann ungefähr zwischen der Rus‘ und Byzanz hin- und hergereist waren. Sie nutzten dazu schriftliche Quellen, konnten Namen aufzählen und Daten nennen. Sie arbeiteten außerdem mit der These, dass die Rus‘ nach dem Mongolensturm in der Mitte des 13. Jahrhunderts recht isoliert war.

Der Vortrag der Mittelalterarchäologinnen stellte dies auf den Kopf. Sie präsentierten Funde aus der nordrussischen Stadt Suzdal‘, im Wesentlichen Keramiken. Anhand dieser Keramiken konnten sie zeigen, dass die Handelsbeziehungen zwischen der nördlichen Rus‘ und Byzanz im Westen und Persien im Osten relativ stabil waren. Die Handelsgüter wurden in Tontöpfen transportiert. So kamen persische und andere Keramiken nach Nordrussland. Die Zahl an Keramiken nahm auch nach 1250 nicht signifikant ab.

Dies ist der Grund, weshalb ich so gerne Vorträge von russischen Mittelalterarchäologen und Kunsthistorikerinnen, die die Funde einordnen, höre. Sie illustrieren viel mehr vom Alltag als es schriftliche Quellen je können.

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