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Gräkophil oder gräkophob? – Egal, Hauptsache Griechen.

7. September 2017

Nikos Chrissidis‘ Buch über die Akademie der Brüder Leichoudes in Moskau um 1680 bringt viele neue Einsichten. Sein Literaturabriss handelt in erster Linie von der Einordnung der Akademie durch die Forschung. Offensichtlich kam es dabei darauf an, bestimmte Einordnungen zu treffen.

So hat die Forschung bis ins 20. Jahrhundert hinein die Tätigkeit der Brüder betrachtet und versucht, sie in ein oppositionelles Schema einzuordnen. Je nachdem, ob die Quellen der Akademie positiv oder negativ gegenüber standen, ordnete sie die Produzenten dieser Quellen eine gräkophilen oder einer gräkophoben Strömung in der moskovitischen Oberschicht zu.

Dies lief dann schon einmal sehr schematisch ab. Wenn Zar Fedor ein Dekret erließ, dass griechische Händler an einem bestimmten Grenzort zu sammeln seien, galt er als gräkophob. Sein Vater und Vorgänger, Zar Aleksej, der griechische Lehrer und Geistliche nach Moskau einlud, galt dagegen als gräkophil.

Dabei war das Dekret Fedors eine Fortsetzung der gleichen Politik seines Vaters, der die griechischen Händler auch lieber unter staatlicher Aufsicht an einem bestimmten Ort wusste. So war wohl vor allem die Qualitätskontrolle der Waren gesichert und natürlich der Profit des Moskauer Staates.

Wie Chrissidis es darstellt, kommt es bei der Quellenanalyse nicht so sehr darauf an, ob ihre Autoren gräkophil oder gräkophob waren. Viel interessanter ist es, dass viele Griechen im 17. Jahrhundert in Moskoviern waren. Und noch interessanter ist es herauszufinden, was genau sie antrieb, in der Steppe ihr Einkommen zu suchen.

Es wird hier also noch einige neue Erkenntnisse über die Griechen in Moskau geben.

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